Frauenpower: Diese Mädels lassen nichts anbrennen!

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Auch den Mädels in Mutzschen macht das Ehrenamt sichtlich Spaß Fotos: Sören Müller

Grimma/Mutzschen. Die Zeiten, in denen die Feuerwehr eine reine Männerdomäne war, sind längst vorbei: Auch im Grimmaer Ortsteil Mutzschen stehen so einige Frauen ihren Mann.

Freudig konnte Wehrleiter Markus Beiler Zahlen verkünden, die ihn und seine Truppe sehr stolz machen: „Wir sind aktuell 53 aktive Kameraden und davon 10 Frauen“, sagte er. Doch wie kommt das eigentlich dass Mädels überhaupt in eine Feuerwehr eintreten?

Cindy ist beispielsweise seit etwa drei Jahren in Mutzschen, trat mit drei weiteren Frauen zeitgleich ein. Die Tochter ist in der Jugendfeuerwehr und der Mann, wo sonst? – natürlich auch bei der Feuerwehr. Und so oder so ähnlich geht das fast allen Frauen in Mutzschen und ganz unschuldig daran ist der Wehrleiter auch nicht. „Meine Frau ist natürlich auch dabei, mittlerweile deren Schwester und Nichte ebenfalls.“ Was alle Mädels ganz sicher vereint ist die Kinder- und Jugendfeuerwehrarbeit in Mutzschen denn hier sind alle aktiv und unterstützten die Jugendwarte oder führen, so wie Melanie die Kinderfeuerwehr in Mutzschen, sogar selbst.

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Als „Exoten“ fühlen sich die Brandschützerinnen im Kreise ihrer männlichen Feuerwehrkollegen nicht. „Wir sind zwar in der Minderheit, werden aber nicht anders behandelt“, erzählt Silke, die ebenfalls schon gut drei Jahre dabei ist. „Es ist nicht das klassische Frauen-Hobby, aber eine vielseitige Aufgabe und einer guten Gemeinschaft“, bekräftigt Manja, welche ebenfalls seit drei Jahren dabei ist.

Aber warum finden sich eigentlich vergleichsweise wenig Frauen in den Reihen der vieler Feuerwehren? Neben anderen Interessen bestünden Vorurteile und Ängste. „Diese sind aber völlig unbegründet“, meint Markus. „Niemand muss Aufgaben übernehmen, die er sich nicht zutraut oder nur Vorurteile bedienen. Feuerwehrfrauen wie auch -männer werden entsprechend ihren Talente und Fähigkeiten eingesetzt.

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Wir werden hier auch nicht zum „Kochen“ verdonnert, sondern machen eigentlich alles was auch unsere Kameraden, sei es in der Ausbildung oder im Einsatz, auch machen„, sagt Cindy. „Wir gehen auch unter Atemschutz in den Einsatz und werden tatkräftig durch die Männer unterstützt„, berichtet Manja. „Vielleicht haben wir einestages auch die Möglichkeit unsere Frauen mit einem LKW Führerschein oder Führungslehrgängen seitens der Stadt zu fördern, denn dann könnten die Mädels nicht nur theoretisch als Gruppe Einsätze alleine managen„, so Beiler.

Die weiblichen Brandschützer bekommen jedenfalls keine Extra-Wurst. „Und wir möchten auch gar keine haben. Wir wollen und müssen die gleiche Leistung wie die männlichen Kameraden bringen. Das Feuer nimmt schließlich keine Rücksicht“, meint Manuela die eben mit ihrer Tochter Denyse den Grundlehrgang absolviert hat. Auch Probleme mit sexistischen Sprüchen haben sie noch nicht erlebt. „Das einzige Problem, das wir zur Zeit haben, ist der Balanceakt Familie – Ehrenamt – Beruf, auch in den freiwilligen Feuerwehren. Wenn der Piepser geht, wohin mit den Kindern, wenn der Mann auch in der Feuerwehr oder nicht da ist?” so Claudia die ebenfalls nun schon zwei Jahre zur Stange hält und die Frau von Markus ist. Und: „Eine Frau denkt immer noch mal anders als ein Mann, ist vielleicht etwas umsichtiger, oder beleuchtet andere Punkte mehr”, stellt der Wehrleiter abschließend fest.

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